EUR/CHF: Bevorstehendes attraktives Kursniveau
Der Franken hat gegenüber dem Euro sein seit fast drei Jahren höchstes Kursniveau erreicht.
Die Rezessionsbefürchtungen sowie die zahlreichen geopolitischen Risiken haben im Lauf der Jahre 2018 und 2019 das Interesse an Fluchtwerten stimuliert. Der Höhenflug des Schweizer Franken hat sich vergangene Woche besonders beschleunigt, als die Vereinigten Staaten bekanntgaben, dass sie die Schweiz in ihre Liste der Währungsmanipulatoren aufnehmen, wodurch der Spielraum der Schweizer Nationalbank (SNB) eingeschränkt wird.
In nächster Zukunft wird der Schweizer Franken daher voraussichtlich weiter zulegen, solange der Markt die Neuigkeit verarbeitet. Das Allzeithoch von 2016/2017 mit 1,0630 rückt ins Blickfeld. Nicht ausgeschlossen ist der Weg zurück Richtung 1,05, was für die SNB häufig die Interventionsmarke ist.
Allerdings könnte die Parität auf diesem Niveau erneut das Interesse der Käufer wecken und so eine Erholung einleiten. Die gemeldeten makroökonomischen Indikatoren erholen sich in Europa allmählich und die geopolitischen Risiken haben sich abgeschwächt, insbesondere mit der Unterzeichnung der ersten Stufe des chinesisch-amerikanischen Handelsabkommens. Auch die Börsen sind weltweit auf Rekordniveau, was belegt, dass die Risikobereitschaft zurückkehrt, was in der Regel für den Schweizer Franken nicht von Vorteil ist.
Die Fluchtwährung par excellence, der Yen, hat seit September gegenüber dem Euro mehr als 3 % verloren, während der Franken im selben Zeitraum mehr als 1 % zugelegt hat. Die Paritäten EUR/CHF und EUR/JPY sind üblicherweise korreliert und derart grosse Divergenzen halten nicht lange an.
Die grösste Gefahr dieses Szenarios wäre eine Verschlechterung des geopolitischen Klimas in Europa mit der möglichen Verhängung von Einfuhrzöllen seitens der Vereinigten Staaten. Dadurch könnte sich die EZB veranlasst sehen, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Angesichts eines Aussenhandelsüberschusses von bereits 120% des BIP und der Gefahr von amerikanischen Gegenmassnahmen, könnte die SNB diese Massnahme schwerlich kopieren.
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